Interview mit Tim Ohlbrecht und Joe Herber


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Im ersten Spielerinterview der Saison stellen wir euch heute unsere beiden Nationalspieler Tim und Joe vor. Gemeinsam erzählten sie uns von ihren Erfahrungen bei der diesjährigen EM in Litauen und wie sie es geschafft haben, sich danach möglichst schnell in das Team der FRAPORT SKYLINERS einzufinden. Sie berichten von ihren bisherigen Karrierehighlights und vielem mehr.

In der Printausgabe des Tip-Off Nr. 2 - Saison 2011/2012 war leider zu wenig Platz, um alle Antworten abzudrucken - hier nun das vollständige Interview:

Tim und Joe

im Trikot der DBB-Auswahl (Foto: DBB/Camera 4)

Tim und Joe, ihr habt den Sommer zusammen mit der Nationalmannschaft in Litauen verbracht. Wie wars?


Tim: Der Sommer war sehr schön, wie jeder Sommer mit der Nationalmannschaft. Wir hatten sehr viel Spaß zusammen, es wurde viel gelacht. Dieses Jahr hatten wir wieder das Glück, mit Dirk Nowitzki und Chris Kaman zusammen zu sein. Die beiden haben sich im Bus zum Training ständig fertig gemacht, das war immer sehr lustig! Auch auf dem Spielfeld Erfahrungen zu teilen, und dass die beiden mir gesagt haben, wie ich mich verbessern kann, das war einfach super. Und ich habe mich auch sehr für die Spieler gefreut, die zum ersten Mal dabei sein konnten.

Joe: Für mich war es überhaupt gut, dabei zu sein, ich konnte ja aufgrund von Verletzungen drei Jahre nicht mit der Nationalmannschaft spielen. Ich habe mich gefreut, dass ich so viel Einsatzzeit bekommen habe, das hatte ich nicht unbedingt erwartet. Es hat viel Spaß gemacht, aber am Ende war es natürlich sportlich ein wenig enttäuschend, weil wir schon das Gefühl hatten, dass wir besser waren, als unsere Leistung das gezeigt hat.

Gab es Spieler, die euch besonders beeindruckt haben?

Tim: Die beiden Gasol-Brüder haben mich sehr fasziniert! Sie haben die EM verdient gewonnen.

Joe: Tony Parker. Es ist toll, wie er das Spiel kontrolliert, und er hat auf alles eine Antwort parat. Und Navarro, er ist auf der Zwei zur Zeit der Maßstab in Europa.

Wie seht ihr die Zukunft unserer Nationalmannschaft?

Joe: Auf Dauer werden wir Spanien nicht ablösen können, da muss man realistisch bleiben. Aber wir haben talentierte Spieler. Ich denke, dass Dirk Nowitzki zukünftig nicht mehr in der Nationalmannschaft spielen wird, also müssen wir versuchen, dies über ein Teamspiel zu kompensieren. Da haben wir diesen Sommer ja schon ganz gute Ansätze gezeigt und man hat, bevor Dirk und Chris dazu kamen, schon gesehen, dass wir ganz guten Basketball spielen können. Tibor Pleiß, Robin Benzing und Philipp Schwethelm haben einfach mehr Verantwortung übernommen. Daher mache ich mir keine Sorgen um die Zukunft.

Tim: Ich sehe das genauso. Wir haben auch ohne Dirk und Chris eine super Truppe. Es wird zwar härter werden, aber wir werden auch so viel Spaß haben und einige Siege einfahren.

Joe, du hast dir mit Tim ein Zimmer geteilt. Was ist er für ein Typ?

Tim ist ein total angenehmer Typ. Wir sind beide relativ ruhig und introvertiert. Bei uns war keine große Stimmung auf dem Zimmer, da hat jeder so seinen eigenen Kram gemacht. Ich lese viel, und Tim hat sich häufig mit seinem iPad beschäftigt. Wir haben uns ganz gut verstanden.

Verrate uns doch mal ein Geheimnis über Tim!

Da gibt es keins zu erzählen.

Tim: Ich bin ein offenes Buch!

Tim, was hat denn Joe für Marotten?

Bücher! Joe hat immer mindestens fünf Bücher dabei. Und die hat er auch innerhalb von einer Woche alle durchgelesen. Ich frage mich ständig: Ist das immer dasselbe Buch oder schon wieder ein neues? Er stapelt die Bücher auf seinem Nachttisch und liest, so oft er kann. Er hat auch gerade die Buchmesse hier in Frankfurt besucht.

Weißt du denn, was Joe so liest? Hast du mal reingeschnuppert oder dir ein Buch ausgeliehen?

Ich habe mal nachgefragt, da ist wirklich alles dabei: Englische Bücher, Romane, Krimis, Biographien...

Joe, was liest du zurzeit?

Stiller von Max Frisch.

Ihr seid durch die EM erst später nach Frankfurt gekommen. Wie schnell konntet ihr euch einfinden?

Joe und Tim

in ihrem neuen Vereinstrikot (Foto: FRAPORT SKYLINERS)

Joe: Das war eigentlich gar kein Problem und ging relativ schnell, denn ich befand mich in einer ganz guten körperlichen Verfassung und die Mannschaft hat mich gut aufgenommen. Natürlich war der Spielstil ein anderer. Mulis Spiel ist sehr schnell, Bauermann lässt eher kontrolliert und langsamer spielen.

Tim: Ich fand es klasse, wie das Team uns aufgenommen hat! Klar muss man am Anfang erst mal die neue Umgebung kennen lernen und neue Eindrücke verarbeiten, aber das habe ich schnell hinbekommen. Die Jungs haben mir gut dabei geholfen und ich bin ja auch nicht zum ersten Mal als Letzter zu einem Team dazu gestoßen. Meine Mall habe ich jedenfalls schon ausgecheckt (lacht).