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Interview mit Thomas Kunz


[Teil 1] - [Teil 2] - [Teil 3] - [Teil 4]

 


 

Endlich bekommt der Name ein Gesicht! Nach dem Spiel gegen Düsseldorf konnten wir Thomas Kunz, zusammen mit Gunnar Wöbke Gesellschafter der SKYLINERS GmbH, kennen lernen und ein Interview mit ihm führen. Dabei stellte sich heraus, dass Thomas – er bot uns gleich zu Beginn das DU an – ein überaus freundlicher und sympathischer Mann ist, der viel zu erzählen weiß.

In der Printausgabe des Tip-Off Nr. 5 - Saison 2009/2010 war leider zu wenig Platz, um alle Antworten abzudrucken - hier nun das vollständige Interview:

 

Thomas, du spielst selbst in Kronberg Basketball, trainierst dort die Damenmann-schaft und besitzt daneben eine sehr erfolgreiche Maschinenbaufirma. Wie bekommst du das alles unter einen Hut?

 

Thomas Kunz 

Das ist eine gute Frage, die stellt mir meine Frau auch immer (lacht). Ich versuche, meine Arbeit auf das zu beschränken, wo ich etwas leisten kann. Gunnar macht ja bei den SKYLINERS den operativen Betrieb fast zu 100%. Das heißt, die SKYLINERS kosten mich im Monat vielleicht einen Tag Arbeit.

Ich schaue mehr auf die Finanzen, und gemeinsam besprechen wir die großen strategischen Dinge. Ansonsten belastet mich das zwar gedanklich, aber nicht zeitlich intensiv.

 

Woran liegt es, dass du so sehr im Hintergrund bleibst?

 

An dem vorher Gesagten. Als wir damals mit den SKYLINERS begonnen haben, habe ich zu Gunnar gesagt: Pass auf, ich muss mich vorrangig um meine Firma kümmern, das ist für mich das Wichtigste, da hängen jede Menge Arbeitsplätze dran. Ich habe also nicht viel Zeit. Ich möchte nicht irgendwann mal dastehen und habe mit halber Kraft einen Sportverein mit betrieben, und dann geht beides in die Binsen. Es ist also so geplant und so gewollt, dass ich bei den SKYLINERS im Hintergrund bleibe.

 

Wie hat denn damals alles angefangen?

 

Rhöndorf hat ein ziemlich erfolgreiches Bundesligateam betrieben. Aber die Verantwortlichen wussten, dass es dort in diesem kleinen Ort relativ schwierig werden würde, sich auf Dauer zu halten. Also haben sie sich nach einer geeigneten Halle umgeschaut und nach mehreren Versuchen schlussendlich mit der Stadt Frankfurt über die Ballsporthalle einen Vertrag geschlossen. Ich als Basketballbegeisterter habe das in der Zeitung gelesen und fand das ganz wunderbar und dachte, das könnte man doch unterstützen, mit Jugendprogramm etc. Also habe ich Rhöndorf angerufen.

Die Gespräche liefen auch sehr gut, allerdings stand das Projekt damals aus Sponsorengründen noch sehr in der Schwebe. Das war einfach schwer in der kurzen Zeit nach Ablauf der Saison. Also mussten private Leute das Risiko tragen. Der damalige Besitzer, Herr Solzbacher, wollte das gerne unterstützen, aber alleine war ihm das zu viel. Also haben wir gerechnet und gerechnet, und nach zwei Tagen war ich dann Gründungsmitglied der SKYLINERS. So schnell geht das manchmal. Gunnar war damals schon Manager in Rhöndorf, hierdurch habe ich ihn kennen gelernt.

 

In welche entscheidenden Maßnahmen bei den SKYLINERS bist du denn eingebunden?

 

Das geht ganz einfach, ich schaue mir die Zahlen an, die müssen einfach passen, denn wir haben uns zum Credo gemacht, dass wir keine Misswirtschaft betreiben wollen. Wenn Gunnar meint, dass etwas von strategischer Bedeutung ist, dann ruft er mich an und bespricht das mit mir.

 

Ganz konkret: Entscheidest du mit über Spielerverträge?

 

Über einzelne Spieler nicht, nein. Wir besprechen, wie der Kader von der Gesamtkonstellation aufgestellt sein soll, das hat ja auch eine finanzielle Komponente. Natürlich bespricht man auch, wie man den einen oder anderen findet, und ich bringe meine Meinung ein. Aber am Ende müssen solche Entscheidungen der Manager und der Coach treffen, die sind verantwortlich für den sportlichen Erfolg bzw. Misserfolg.

 

Gibt es da auch schon mal Differenzen?

 

Das ist wie in jedem Entscheidungsfindungsprozess, da gibt es immer mal unterschiedliche Meinungen, und das muss auch so sein. Gunnar informiert mich ja nicht, um sich zu bestätigen, sondern um eine andere Meinung zu hören. Er kann ziemlich gut einschätzen, wann er mit mir sprechen muß. Ich kann die Dinge unbeeinflußt vom operativen Tagesgeschäft bewerten und das ist für ihn manchmal hilfreich.

 

Im letzten Jahr feierten die SKYLINERS ihr 10-jähriges Bestehen. Wie ist dein Fazit?

 

Das ist eine gute Frage. Erst mal ist es toll, dass wir das Projekt SKYLINERS 10 Jahre lang mit einem guten Erfolg betreiben konnten. Natürlich gab es Höhen und Tiefen, aber unterm Strich überwiegen die positiven Dinge und wir haben das ordentlich und ohne Belastung für die Zukunft hingebracht. Natürlich hätten wir die 10-Jahres-Feier gerne mit einem sportlichen Erfolg garniert, aber das kann man ja leider nicht bestellen.

Diese Saison spielen wir ja ganz gut, auch, was die Tabellensituation betrifft. Wir gehören sicher nicht zu den absoluten Top Teams, aber für eine Überraschung sind wir allemal gut. Damit lässt es sich ganz gut leben.

 

Gibt es konkrete Ziele für die nächsten zehn Jahre?

 

Grundsätzlich ist es das Ziel eines jeden Clubs, dass er sich sportlich wie organisatorisch weiterentwickelt. Organisatorisch sind wir sehr gut aufgestellt. Da haben wir ein Leistungsspektrum, dass ALBA Berlin nicht nachsteht. Im sportlichen Bereich wollen wir dauerhafter oben mitspielen. Aber dazu gehört natürlich wiederum eine gewisse Einnahmenperspektive, seien es Zuschauer- oder Halleneinnahmen, und auch Sponsoren und gegebenenfalls TV-Einnahmen. Da müssen wir uns, wie auch die gesamte Liga, deutlich weiterentwickeln.

Hier in Frankfurt sind wir durch die Hallensituation mittelfristig ein wenig eingeschränkt. Momentan bin ich mit der Ballsporthalle sehr zufrieden, aber wenn man schaut, was in anderen Standorten läuft - in Bamberg, Berlin, Ludwigsburg oder Bonn gibt es neue Hallen, die einfach mehr Einnahmemöglichkeiten bieten - dann sieht man, dort ist der Schlüssel für die Zukunft. Das muss nicht sofort passieren, aber die Perspektive brauchen wir dringend und relativ kurzfristig. Und nicht nur wir, sondern auch unsere Sponsoren.

 

Du könntest selbst eine neue Halle bauen...

 

Oh, ich glaube, das ist eine Nummer zu groß, ganz ehrlich.

 

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