Interview mit Gordon Herbert
Gordon Herbert ist der Trainer, der die DEUTSCHE BANK SKYLINERS im Jahre 2004 zur bisher einzigen Meisterschaft gebracht hat. Nach sechs Jahren ist er letzte Saison an den Main zurückgekehrt. Der freundliche, aber introvertierte Kanadier stand uns nun Rede und Antwort.
In der Printausgabe des Tip-Off Nr. 2 - Saison 2010/2011 war leider zu wenig Platz, um alle Antworten abzudrucken - hier nun das vollständige Interview:
Zuerst einmal: Gordie, wie geht es dir? Wie geht es deinem Rücken?
Ich hatte diese Woche wieder ein paar Probleme mit meinem Rücken, aber es wird immer besser.
Kann es passieren, dass du deinen Job wegen deines Rückens schon während der Saison aufgibst?
Nein! Nein, nicht diese Saison. Natürlich ist es möglich, dass ich am Ende der Saison sage, dass es wegen meiner Rückenprobleme nicht mehr geht, aber ich werde auf jeden Fall diese Saison in Frankfurt beenden.
Du bist im April 2010 zurück nach Frankfurt gekommen, was war der Grund für dein Comeback?
Ich denke, ausschlaggebend war, dass ich die Mitarbeiter schon kannte, sie über meine Rückenoperation Bescheid wussten und die DEUTSCHE BANK SKYLINERS eine der am besten organisierten Mannschaften in Europa sind.
Was hat sich seit 2004 in Frankfurt verändert?
Wir hatten damals nicht die hochwertige Übungshalle und auch nicht das Office nebenan. Ich denke, die größte Veränderung ist die Infrastruktur, alles ist ins Nordwestzentrum gezogen.
Wo habt ihr denn dann trainiert? In der Ballsporthalle?
Ja, in der Ballsporthalle. Manchmal auch hier (Anm. d. Red.: BCM), aber damals gab es noch nicht diesen Holzboden und die Bedingungen waren einfach schlechter.
Zur letzten Saison: Wie leicht oder schwer war es ein bereits existierendes Team auf die Play-Offs vorzubereiten?
Ich kam relativ spät hierher, als nur noch vier Spiele zu spielen waren und musste die Situation so hinnehmen, wie sie war. Ich habe lediglich versucht, ein paar kleine Veränderungen vorzunehmen, weil man einfach nicht alles auf Anhieb ändern kann. Die Defense und die Offense habe ich versucht, noch ein wenig zu verbessern, aber im Großen und Ganzen wollte ich einfach das Beste aus der Situation machen. Jimmys und Gregs Rollen haben sich ein wenig geändert, andere Rollen sind vielleicht auch ins Negative verlaufen. Natürlich konnte ich dann aber ein paar mehr Veränderungen vor den Play-Offs auf Mallorca vornehmen, wo das Team auch noch mal die Möglichkeit hatte mehr zusammenzuwachsen und im Endeffekt haben wir ja dann auch gegen Berlin zum Beispiel sehr gut abgeschnitten.
Was sind dein Fazit und Highlight aus der letzten Saison!
Ich war sehr stolz darauf, wie wir uns in Spiel vier gegen Bamberg zurück gekämpft haben, nachdem wir Spiel drei mit 40 Punkten oder so verloren haben. Auch in Spiel fünf lagen wir zwei Mal zweistellig zurück und haben es geschafft, beide Male aufzuholen. Wir haben einfach nie aufgegeben und immer gekämpft!
Hinblickend auf die neue Saison: Hast du dir irgendwelche Ziele gesetzt?
Nein, wir haben keine Ziele. Wir haben das finanzielle Problem, dass die Deutsche Bank sich zurückzieht, und können deshalb nicht genau sagen, wo wir am Ende der Saison stehen werden. Manche Spieler haben nur einen Zweimonatsvertrag und da ist es schwer die Jungs zusammenzubringen. Durch Joe Dabberts Verletzung und das Nichtbestehen der medizinischen Checks bei Carlos Powell ist alles noch schwieriger geworden, aber hoffentlich macht uns diese Situation stark. Im Moment fokussieren wir uns aber jeweils auf das nächste Spiel und versuchen uns zu verbessern, um am Ende die Play-Offs zu erreichen und in den Play-Offs wiederum kann alles passieren.
Wir hatten bisher 5 Spiele und 3 davon gewonnen, was können wir von den nächsten Spielen erwarten?
Wir haben guten Basketball gespielt, gerade in Oldenburg und Bamberg, die wir beide leider verloren haben. Wahrscheinlich haben wir aber dort teils besser gespielt als hier zuhause. Das Team ist selbstsicher und hat viel Energie. Wir sind gut in der Defense und haben mit DaShaun Wood und Pascal Roller zwei schnelle Pointguards. Ich denke, dass uns die Zuschauer gerne zuschauen.
Wie wichtig ist es, sich auf europäischer Ebene gut zu präsentieren? Gibt es bestimmte Ziele?
Wir sind enttäuscht, dass wir es nicht in den EuroCup geschafft haben, aber wir hatten viele verletzte Spieler vor den Qualifikationsspielen. Wir werden die EuroChallenge nutzen und von Spiel zu Spiel denken und versuchen, besser zu werden. Es ist gut, dass wir durch Europa reisen können, bei Reisen wächst das Team mehr zusammen, da es viel Zeit miteinander verbringen muss. Ich hoffe, dass uns all dies auch für die Beko-BBL hilft.






