Interview mit
Christopher Holschier


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Christopher Holschier ist bei der Fraport AG für das Sponsoring zuständig, und damit auch für das Engagement bei den FRAPORT SKYLINERS. Einige Skybembels hatten schon bei der Flughafenbesichtigung die Gelegenheit, ihn kennenzulernen (siehe Tip-Off Nr. 1 - Saison 2011/2012). Vor dem Heimspiel gegen die Telekom Baskets Bonn stellte er sich nun in einem ausführlichen Interview unseren Fragen.

In der Printausgabe des Tip-Off Nr. 2 - Saison 2011/2012 war leider zu wenig Platz, um alle Antworten abzudrucken - hier nun das vollständige Interview:

Christopher Holschier

(Foto: privat)

Herr Holschier, erzählen Sie uns doch bitte, was Sie genau bei der Fraport AG machen!


Ich bin im Bereich Unternehmenskommunikation zuständig für unsere Sponsoringengagements. Wir sind ja schon seit einigen Jahren aktiv im Bereich Sponsoring. Im Profibereich befinden wir uns bei Eintracht Frankfurt bereits im elften Jahr, außerdem unterstützen wir im Fußball den Frauenerstligisten FFC Frankfurt, den Herrenzweitligisten FSV Frankfurt und den Drittligisten Kickers Offenbach, und seit dieser Saison sind wir nun Hauptsponsor bei den Skyliners. Daneben unterstützen wir noch diverse andere Projekte im Bereich Kultur und Bildung und regionale Veranstaltungen. All das läuft unter dem Begriff Sponsoring. Wir sind ein Team von sechs Leuten. Ich bin der Teamleiter, das heißt, bei mir laufen alle Dinge zusammen.

Wie sieht denn Ihr Tagesgeschäft aus?

Zum Glück kann ich das Tagesgeschäft gar nicht so pauschalisieren, meine Tage sehen nie gleich aus, es gibt immer etwas Neues. Beispielhaft für unser Engagement bei den Skyliners kann ich aber ein paar Einblicke geben: Ab dem Tag der Vertragsunterschrift waren wir an der Logoumstellung beteiligt und arbeiteten an eigenen Werbemitteln und einer eigene Werbelinie. Das macht in etwa unser Tagesgeschäft aus. Ansonsten hat es viel mit persönlicher Kommunikation zu tun: E-Mails, Briefe und Anfragen, die an uns gestellt werden, sind zu beantworten.

Wie sind Sie zur Fraport AG gekommen? Wie ist Ihr Werdegang?

Ich habe 2002 Studium und Ausbildung in einem dualen Studiengang an der Berufsakademie Mannheim kombiniert. Dies bestand im Wechsel aus je einem dreimonatigem BWL-Studium und einer Ausbildung bei der Fraport AG. Aus Interesse habe ich im Bereich Unternehmenskommunikation nach einer Möglichkeit gesucht, meine Diplomarbeit zu schreiben. Meine Idee war, über die Ausbaukommunikation zu schreiben, ein Thema, was ja durch den Bau der neuen Landebahn auch heute noch aktuell ist.

Aber es gab eher Bedarf, im Bereich Sponsoring konzeptionell zu überlegen, was man auf diesem Gebiet ändern und verbessern kann. Also habe ich mich in meiner Diplomarbeit mit dem Thema Sponsoring beschäftigt. Ich hatte dann das große Glück, dass ich in diesem Bereich 2005 auch übernommen wurde. So konnte ich hier Fuß fassen und bin über die Jahre hinweg Teamleiter geworden.

Sie sind auch in der Politik aktiv…

Ich bin in meiner Heimat Geisenheim Stadtverordneter in der zweiten Legislaturperiode. Und ich war fünf Jahre Ortsvorsteher in dem Stadtteil, aus dem ich komme, damals war ich mit 21 Jahren der jüngste Ortsvorsteher Hessens.

Die Skyliners spielen nun ihre 13. Saison. Ist es nicht ein bisschen spät, dass die Fraport AG einsteigt?

Ja, das stimmt. Die Bemühungen der Skyliners gab es ja auch schon viel länger. Gunnar Wöbke ist viele Jahre lang immer wieder bei uns vorstellig geworden, und seine Präsentation hat uns auch immer interessiert. Er wollte uns allerdings nicht als Hauptsponsor gewinnen, sondern hat zunächst versucht, uns auf andere Weise ins Boot zu holen. Es mangelte bei uns aber immer am Budget, weil wir einfach durch die vielen anderen Sponsorships kein Geld mehr frei hatten. Natürlich hätten wir mit kleineren Beträgen einsteigen können.

Aber bei uns lag die Ausrichtung ganz klar auf dem Fußball, weil 2006 die Herren-WM in Deutschland und damit auch in Frankfurt stattfand, und 2011 die Frauen-WM. Fußball ist ohnehin Volkssport Nummer Eins, er erreicht die meisten Leute und es gibt viele Traditionsvereine, auch in den Profiligen und gerade im Rhein-Main-Gebiet. Aber steter Tropfen höhlt den Stein – auch wir im Bereich Kommunikation haben die Information, dass man mit Basketball auch ganz gut etwas auf die Beine stellen kann, immer weiter gegeben. Und jetzt ist das auf fruchtbaren Boden gefallen und der Vorstand hat gesagt: Ja, die Möglichkeit, jetzt einzusteigen, ist da. Bei den Skyliners gab es den Drang, einen Hauptsponsor finden zu müssen. Bei uns war durch den Abstieg der Eintracht ein finanzieller Spielraum da, weil wir in der zweiten Liga einen geringeren Sponsoringbetrag zahlen. Zum Glück haben wir das beim Vorstand glaubhaft und überzeugend präsentiert.

Können wir uns letztlich also darüber freuen, dass die Eintracht abgestiegen ist?

Aus sportlicher Sicht natürlich nicht, finanziell gesehen ist der Vertrag dadurch aber erst möglich geworden.

Hätte es denn Auswirkungen auf das Sponsoring bei den Skyliners, wenn Eintracht Frankfurt wieder in die erste Liga aufsteigt?

Wir sind uns dessen im Klaren, dass das Hauptsponsorship bei der Eintracht dann wieder teurer würde – aber das würde nicht bedeuten, dass wir bei den Skyliners wieder aussteigen. Keine Angst, das haben wir vorher bedacht und ja auch betont, dass unser Skyliners-Engagement langfristig ausgerichtet ist.