Nachlese zum öffentlichen Training am Ostermontag
Ostermontag ist nicht gerade der beste Tag, um ein öffentliches Training der Skyliners zu besuchen, aber wenn man möchte, kann man fast alles möglich machen. So machten wir uns auf den Weg nach Frankfurt und kamen dort gegen 18:30 Uhr in dem Trainingskomplex unsres aller Lieblingsbasketballteams an. Ein paar Skybembels waren schon da und begutachteten die Würfe des verletzten Kevin Johnson, wir suchten uns einen Platz auf der Tribüne und warteten dann einfach mal, was so passieren würde. Mit Anja, Anke und Marcel trudelten dann auch gute Gesprächspartner ein, um sich noch mal über das Gießenspiel vom vorgestrigen Abend zu unterhalten. Nachdem auch alle Spieler, bis auf Jimmy, der zu Hause bei einer Beerdigung war, in der Halle angekommen und fast jeder von ihnen schon mal eine kurze Begrüßung an uns geäußert hatte, kam Daphne fast pünktlich um 19:00 Uhr zu uns an die Tribüne und erklärte uns, dass das Team nun erst einmal 10-12 Minuten Videoanalyse machen würde, wobei sie extra noch betonte, dass es sich um 10-12 "türkische Minuten" handeln würde.

Ja, da saßen wir nun und warteten geschlagene 25 Minuten, bis Spieler und Trainer dann endlich den kleinen Aufenthaltsraum gegenüber verließen und sich aufs Spielfeld bequemten. Wobei Murats Gestik während der Videoanalyse, wie bei jedem Spiel, eigentlich schon Unterhaltung genannt werden konnte.

Es ging los mit Aufwärmen, aber das habe ich mir ehrlich gesagt ein bisschen anders vorgestellt, eben nicht so lustig! Es wurde Fangen gespielt. Aber nicht normales Fangen, nein, Pause war immer, wenn man jemand anderen huckepack hatte, oder selber huckepack war. Es war wirklich sehr, sehr witzig, weil wann sieht man denn sonst mal einen Travon Bryant (2,06 m groß) auf einen Rudy Mbemba (1,78 m klein) springen, oder einen Alex King, wie er Dominik anfleht stehen zu bleiben, damit er auf ihn drauf hüpfen kann?

Als nächstes hatte sich Murat überlegt, man könne Kettenfangen spielen (» Videoclip). Nachdem Mike Bauer den Kollegen Mike Benton, die übrigens beide nur mit Nachnamen gerufen werden, damit nicht der Falsche angelaufen kommt, gefangen hatte, entwickelten die beiden die Strategie, sich immer einen anderen Mitspieler auszusuchen, der dann gnadenlos verfolgt wurde, was auch wieder zu vielen Lachern führte. Auf jeden Fall war nach diesen zwei Spielchen die Stimmung aufgelockert, sodass zum richtigen Training übergegangen werden konnte.

Hierbei stand zuerst Training in zwei Gruppen auf dem Programm. Miro, Alex, Travon und Mike Benton versammelten sich am einem Korb, um Reboundleistung zu verbessern und der Rest des Teams am anderen Korb, um die Offense, insbesondere das Passen und den Dreipunktewurf zu stabilisieren. Danach spielte man 2 gegen 2, doch da dies sowieso nicht aufgegangen wäre, nahm sich Mike Kalavros Jemeil vor, mit dem er zum Einen seinen Wurf von außen übte und zum Anderen die Freiwürfe. Danach wurden noch diverse 1 gegen 1, 2 gegen 2 und 3 gegen 3 Duelle gespielt, jeweils mit anderem Schwerpunkt, wie z.B. Rebounding, Passen, Dreipunktewurf u.s.w.
Nach einer kurzen Verschnauf- und Trinkpause für die Spieler, ging es dann in die Endphase. Es wurden zwei Teams gebildet, die von den Coaches vorher zusammen gestellt wurden. Das eine Team leitete Daphne mit dem verletzten Eric als Assistenztrainer und das andere Team wurde von Mike Kalavros und dem bis dahin nur Liegestütz trainingsfähigen Nino gecoacht. Zu Beginn war die Mannschaft in Blau um Jemeil, Miro, Mike Benton, Max Weber und Mike Bauer deutlich überlegen, vor allen Dingen, weil das gegnerische Team in Weiß schlecht reboundete und damit das "blaue Team" nach einem gelungenen Angriff immer wieder den Ball bekam. Doch irgendwann lief auch das "weiße Team" um Travon, Alex, George, Ibi, Rudy und Dominik warm, besonders da der zuletzt Genannte das Dreierwerfen zu meistern begann. Ich habe die Punkte, im Gegensatz zu Murats Sohn Ahmed, der das gesamte Training über schon mal ordentlich das coachen üben wollte, nicht bis zum Ende mitgezählt, aber ich denke, es wäre wahrscheinlich noch ziemlich eng geworden.
Nachdem nun das Training vorbei war, luden Murat und Daphne uns Fans, die wir mit circa 20-30 Leuten vertreten waren, ein, runter auf das Feld zu kommen, die Spieler abzuklatschen und wer wollte konnte auch noch ein bisschen small-talken. Letztendlich kam dann noch jemand auf die Idee, man könne doch, wie die Mannschaft es während den Spielen in der Ballsporthalle macht, einen Kreis bilden und in der Mitte zusammen die Arme empor strecken, quasi als Symbol des Zusammenhalts. Ich war froh in der Mitte zu stehen, denn da hatte ich wenigstens noch die Chance mit meinen Fingerspitzen and die anderen ranzukommen; Rudy hatte es da weiter außen doch recht schwer. Mike Benton kam auf die grandiose Idee, wenn man schon mal so was zusammen mache, könne man doch auch auf drei einmal laut "Skyliners" rufen, wozu ihm Dominik aber erst einmal erklären musste, dass "together" auf Deutsch "zusammen" heißt, was sich aber sicherlich nicht zum Lieblingswort von Mike entwickeln dürfte.
Da wir Skybembels ja sehr neugierig sind, boten Daphne und Murat an die Fragen, die es noch zum Training oder der Mannschaft generell gab, zu beantworten. Wer sich aber lieber noch ein bisschen selbst an den Körben in Basketball City versuchen wollte, konnte das selbstverständlich auch tun.
Gegen circa 21:30 Uhr verließen wir dann alle die Halle und machten uns wieder auf den Heimweg.
Dieser Abend war wirklich super toll, lustig und zugleich unheimlich interessant und alle, die nicht da waren, haben mit Sicherheit etwas verpasst. Falls so ein öffentliches Training mal wieder angeboten werden sollte, werde ich auf jeden Fall wieder mit dabei sein.
Verena (Fotos und Video: Anke)
» Videoclip: Kettenfangen





