Interview mit Marc Rybicki
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Nun sind Online-Communities ja nicht unbedingt dein Steckenpferd…
Ich habe hier viele Dinge zu tun, die nicht gerade mein Steckenpferd sind, aber ich habe sie gemacht, und ich bin daran menschlich gewachsen, ich bin allem sehr viel aufgeschlossener gegenüber, zum Beispiel Teambuilding. Und manches macht auch Spaß, Kanu zu fahren oder durch den Wald zu rennen. Ich lerne dazu und gliedere mich nach und nach in die menschliche Gesellschaft ein. Vielleicht habe ich mich mit Charles deshalb auch so gut verstanden, er hatte ja auch große Probleme sich in die menschliche Gesellschaft einzugliedern.
Ich habe noch nie einen Trainer erlebt, der sich so schlecht verkaufen konnte. Eigentlich war er ein sehr lustiger und sympathischer Typ. Aber nach außen hatte er gewirkt, als würde er kleine Kinder fressen. Es war seine Masche, Leute nicht nah an sich heranzulassen. Er wusste, dass er nicht lange hier sein wird, deswegen wollte er nicht große Freundschaften schließen, damit ein Abschied nicht so schwer wird. Frei nach der alten Masche: Als Trainer ziehst du mal dort hin, mal da hin, musst nur trainieren…
Wie siehst du Murat Didin dazu im Vergleich?
Murat dagegen ist ein ganz anderer Mensch. Der fängt an zu moderieren, wenn er an einer Ampel steht. Bei den Pressegesprächen unter der Woche muss ich selbst gar nichts tun, da lehne ich mich nur zurück, und genieße die 'Murat-Didin-Show' (grinst). Es ist auch wichtig, dass du dich mit den Fans und der Presse gut verstehst, damit in schwierigen Situationen, wenn es sportlich nicht so läuft, du immerhin noch Unterstützung genießt, dass die Fans sagen "ja, gut, lass ihn noch mal drei Spiele machen…" Trotzdem habe ich mich auch mit Charles immer gut verstanden. Er nannte mich MA, wie seinen Neffen, die ersten beiden Buchstaben seines bzw. meines Namens.
Hast du Probleme damit, wenn man deinen Nachnamen falsch ausspricht?
Ich heiße Rybicki, im polnischen ist die korrekte Aussprache, dass das "C" zum "Z" wird. Deswegen heißt Konrad auch Wysocki mit "Z" gesprochen. Allerdings nennt er sich selbst auch "Wysocki" mit "K". Ich habe es anders gelernt, aber es ist kein Problem für mich, wenn jemand es so ausspricht.
Nachdem wir früher unsere obligatorische Frage "Mc-Donalds oder Burger King" gestellt haben, …
Weder noch!!!
…nun unsere aktuelle Abschlussfrage: Was würdest du dich an unserer Stelle fragen?
Wie ich mit meiner Arbeit zufrieden bin!
Marc, wie bist du denn mit deiner Arbeit zufrieden?
Es könnte besser sein. Ich bin sehr selbstkritisch. Ich arbeite manchmal zu schnell, das stammt noch aus meiner Zeit als ich für Zeitungen geschrieben habe. Es ist gut wenn man schnell ist und etwas als erster veröffentlicht, aber es sollte auch das Richtige sein. Mich ärgern auch Tippfehler extremst, oder Dinge, die ich vergesse, vor allem bei Spielberichten, wenn ich z. B. nur den Topscorer erwähnt und die 16 Rebounds eines anderen vergessen habe. Das heißt, ich sollte mir häufiger die Zeit nehmen, den Mist, den ich verzapfe, noch einmal durchzulesen. Es gibt nämlich niemanden, der Korrektur liest, dazu fehlt die Zeit.
Hast du noch Wünsche an den Fanclub?
Die Fans sind ein wenig zögerlich, was Feedback anbelangt, gerade was unsere Arbeit – Internet, Highpost etc. – betrifft. Gerade das brauchen wir aber, um wachsen zu können. Wir haben einen bestimmten Punkt erreicht, aber wir wollen ja stetig besser werden! Und das geht nur, wenn wir auch Kritik bekommen.
Auch was die Spieler betrifft, die können ja die letzte Grütze spielen und die Fans… Da erhoffe ich mir noch mehr Feuer in alle Richtungen! Denn nur durch Reibung entsteht Wärme!
Vielen Dank, Marc!
Das Interview führten Anke Stakemann und Stephan Frisch im Oktober 2008.
Fotos: Stephan Frisch
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