"Ich gliedere mich nach und nach in die menschliche Gesellschaft ein"
Interview mit Marc Rybicki
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Mittlerweile gehört es schon zur Tradition, neben Spielern und Trainern der DEUTSCHE BANK SKYLINERS auch den Einen oder Anderen vom "Team ums Team", sprich: aus dem Umfeld der Mannschaft, zu interviewen. Diesmal stellte sich Marc Rybicki, Pressesprecher der SKYLINERS, unseren Fragen und gab uns interessante Einblicke in seinen Arbeitsalltag und sein Privatleben…
In der Printausgabe des Tip-Off (Ausgabe 2 - Saison 2008/2009) war leider zu wenig Platz, um alle Antworten abzudrucken - hier nun das vollständige Interview:
Marc, wie groß bist du?
1,70 Meter!
Wie landet man bei dieser Größe ausgerechnet beim Basketball?
(Lacht) Das müsst ihr Pascal Roller fragen, der ist auch nicht viel größer…!
Aber im Ernst, wie bist du zu den Skyliners gekommen?
Seit 2001 bin ich Fan der SKYLINERS. Ich habe damals in der Frankfurter Neuen Presse einen Artikel über Marcus Goree und die SKYLINERS gelesen und wollte mir unbedingt ein Spiel vor Ort ansehen. Ich war sofort begeistert von der Atmosphäre und habe von da an die Begegnungen regelmäßig verfolgt. Zuvor hatte ich nur NBA-Spiele gesehen. Nach dem Ende meines Studiums - ich habe hier in Frankfurt Amerikanistik und Philosophie studiert - habe ich die SKYLINERS gefragt, ob es nicht eine Möglichkeit gäbe, mal Artikel für die Homepage zu schreiben, und seit mein Vorgänger die SKYLINERS im Sommer 2003 in Richtung Hessischer Rundfunk verlassen hat, bin ich hier Pressesprecher.
Was gehört alles zu deinen Aufgaben?
Als erstes durchforste und bearbeite ich morgens die vier großen Tageszeitungen Frankfurter Rundschau, Frankfurter Neue Presse, BILD und Frankfurter Allgemeine Zeitung nach Artikeln über die SKYLINERS. Danach lese ich in diversen Fan-Foren wie Schoenen Dunk, dem Forum der Skybembels und sportme, weil das für mich das wichtigste Korrektiv ist. Hier achte ich vor allem darauf, was die Fans über meine Pressemitteilungen schreiben. Ich finde es geil, wenn den Fans zum Beispiel meine Schreibfehler auffallen, die sonst niemand bemerkt. Als ich einmal über ein Benefizspiel berichtet habe, habe ich in der Überschrift "Körbehinderte" statt "Körperbehinderte" geschrieben… Außerdem erkennt man in den Foren die allgemeine Stimmungslage zu den einzelnen Spielern.
Dann habe ich natürlich auch organisatorische Dinge zu tun wie Pressekonferenzen auszurichten, Pressemitteilungen und -artikel zu schreiben, die Highpost zu planen, mit Christian Dachs gemeinsam Marketingevents zu planen, Interviewanfragen für die Spieler zu beantworten, Fotoanfragen von Zeitungen zu bearbeiten und vieles mehr.
Könntest du dir vorstellen, auch für eine Firma zu arbeiten, die nichts mit Basketball bzw. Sport zu tun hat?
Ja, das könnte ich mir vorstellen. Ich bleibe immer bei dem, der mich zahlt (lacht). Wichtig zu erwähnen ist mir, dass ich hier freier Mitarbeiter und nicht fest angestellt bin. Das macht es mir möglich, für mehrere Zeitungen bzw. Radiosender zu arbeiten, und das möchte ich auch beibehalten. Ich mag den Sport, ich mag den Verein, aber ich möchte damit auch einen gewissen Abstand zu den Dingen wahren. Ich habe nicht immer die Vereinsbrille auf, sondern halte einen gesunden ironischen Abstand. Das ist mir sehr wichtig.
Kommt es vor, dass du bei gewissen Anfragen knallhart lügen musst?
Lügen gehört zum Job des Pressesprechers. Aber ich möchte das trennen in einen kleinen Schwindel, den man ab und an machen muss, und in echte Lügen. Aber auch letzteres kommt vor.
Um mal ein Standardbeispiel zu geben: Wir geben keine Spieler- oder Trainerverpflichtung bekannt, bevor nicht die Tinte unter dem Vertrag trocken ist, selbst dann nicht, wenn der Betreffende bereits im Flieger sitzt nicht, denn er könnte ja theoretisch noch woanders hin fliegen. Vor allem darf man das nicht, weil es dann auch andere Clubs mitbekommen würden und eventuell mit einem finanziell besseren Gebot den Spieler in letzter Sekunde wegschnappen könnten. Die Presse und die Agenten lesen natürlich auch Foren und recherchieren, und wenn diese dann bei mir anrufen und nachfragen, behaupte ich, den Namen noch nie gehört zu haben. Wenn ich nur sagen würde "dazu mache ich keine Angabe", dann hätte ich das Gerücht bestätigt.
Wenn allerdings eine Fehlinformation kursiert und dazu eine Anfrage kommt, zerstreue ich dies ganz klar. Das nicht zu tun wäre eine Lüge, die ich nicht von mir geben würde, weil sie schädigend für meine Pressekollegen wäre, die ich natürlich auch ordentlich bedienen muss. Die wissen natürlich auch nach einer gewissen Zeit, wenn ich behaupte, den Namen nicht zu kennen, sind sie wahrscheinlich auf der richtigen Spur…
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