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Interview mit Klaus Perwas

 

[Teil 1]
[Teil 2]
[Teil 3]

 

Klaus Perwas, ehemaliger Nationalspieler und seit dieser Saison Assistenz-Trainer der DEUTSCHE BANK SKYLINERS, stellte sich nach dem für alle Fans öffentlichen Training im Februar gerne unseren Fragen und nahm sich viel Zeit für ein interessantes Gespräch.

In der Printausgabe des Tip-Off (
Ausgabe 5 - Saison 2008/2009) war leider zu wenig Platz, um alle Antworten abzudrucken - hier nun das vollständige Interview:

 

Klaus, wie sind die Aufgaben bei den DEUTSCHE BANK SKYLINERS unter euch Coaches verteilt und was genau ist dein Bereich?

 

Klaus Perwas beim Tip-Off Interview  (Foto: Anke)

Es gab ja gleich zu Beginn der Saison eine große Diskussion darüber, warum wir so viele Trainer sind. Man muss sich einfach vorstellen, dass es in den besseren Profimannschaften in Europa immer mehrere Coaches gibt. Ein Coach kann nicht immer alles sehen, da ist es besser, wenn man vier, sechs oder acht Augenpaare hat. Ich habe natürlich gute Erfahrungen aus meiner Zeit als Spieler, was mir dabei sehr hilft. Was ich speziell für die Mannschaft mache, sind Defense und Scouting.


Hat sich seit dem Weggang von Daphne etwas bezüglich eurer Aufgaben geändert?


Eigentlich nicht. Sie war aber z.B. für einen Offensiv-Scoutingbogen verantwortlich, und zusätzlich hat sie sich vor allem um Schulprojekte gekümmert.

 

Inwieweit bist du hier in die Jugendarbeit eingebunden?

 

Zu Beginn war es schwierig, weil wir so viele Spiele hatten. Mit Robin Benzing und Kai Barth mache ich häufiger Individualtraining und betreue sie zusammen mit Stefan Letzelter, unserem Athletik-Coach, beim Krafttraining. Wir haben ja mit Harald Stein einen sehr guten Jugendkoordinator und -trainer. Mit ihm tausche ich mich häufig aus. Zukünftig werde ich mit Sicherheit noch mehr ein Auge darauf werfen.

 

Leisten die DEUTSCHE BANK SKYLINERS eine gute Jugendarbeit?

 

Unsere Standards sind schon sehr hoch, aber wir können sicherlich noch mehr leisten. Mit Harald haben wir einen wirklich kompetenten Jugendtrainer, der viel Zeit mit Talenten aus Frankfurt und Umgebung in der Halle verbringt. Es ist wichtig, dass die Jugendlichen sehen, wie das im Profibereich abläuft. Und diese Verbindung schaffen wir.

 

Du hast nach deiner Verpflichtung gesagt, Murat und du werdet euch gut ergänzen. Hat sich das als richtig herausgestellt?

 

Ich glaube, wir haben eine sehr ähnliche Basketballphilosophie. Wenn du einen Headcoach hast, der bestimmte Dinge ganz anders macht als du sie tun würdest, dann hast du als Co-Trainer ein Problem. Aber ich stehe voll hinter seiner Philosophie, und das ist mir wichtig. Zum Beispiel würde ich bestimmte Rotationen in der Verteidigung genau so spielen lassen wie er. Das hilft im Verständnis und macht die Sache einfacher. Natürlich gibt es auch immer mal Punkte, wo man unterschiedlicher Meinung ist, aber das gehört natürlich auch dazu.

 

Man sagt, du seist sehr autoritär. Kannst du dem zustimmen?

 

Ich habe bestimmte Vorstellungen davon, wie ein Training ablaufen soll. Störfaktoren jeglicher Art sind mir ein Dorn im Auge, z.B. eine schlechte Arbeitsmoral, Ablenkung von außen oder Handyklingeln. Um das umzusetzen, muss man auch ein Stück Autorität an den Tag legen.

 

Bist du privat auch so?

 

Ich habe keine Kinder, also nein (grinst). Natürlich überträgt sich meine Arbeitsmoral auch auf mein Privatleben. Aber eigentlich bin ich ein sehr geduldiger Mensch und lasse mich selten aus der Ruhe bringen.

 

Du nennst nie deine Hobbies und sagst häufig, dass du nur wenig Freizeit hast. Wie nutzt du diese?

 

Wenn man will, kann man auch in seiner Freizeit etwas für seinen Job tun, sich weiterbilden, lesen, Basketball schauen, die eigenen Begegnungen oder Spiele der (europäischen) Konkurrenten. Es stimmt schon, ich bin nicht so der Freizeittyp. Wenn ich zu viel Freizeit habe, dann…ich möchte nicht sagen, dass ich nicht weiß, was ich damit anfangen soll, aber ich arbeite lieber. Kein Scherz - das ist wirklich so! Auch an meinen freien Tagen. Das war auch schon als Spieler so. Wenn wir frei hatten, habe ich mich oft alleine mit Musik in die Halle gestellt und geworfen. Für mich war das auch eine Form der Entspannung.

 

Und wie kommt deine Freundin damit klar?

 

Sie akzeptiert das.

 

Wie sähe dann dein Traumurlaub aus? Basketballcamp in den USA?

 

Nein, mein Traumurlaub ist auf den Malediven, dort war ich auch schon mehrfach. Auch hier bin ich konsequent: Wenn ich Urlaub mache, dann richtig! Und da kann ich dann auch abschalten und mich entspannen. Ich kann dort zehn Stunden im Wasser verbringen und mich an der Fischvielfalt im Ozean erfreuen und der Sonne hingeben.

 

Du kannst also tatsächlich vom Basketball mal völlig abschalten?

 

Ja, das kann ich. Auf der anderen Seite ist das mein Job und man muss immer auf dem Laufenden bleiben. Ansonsten interessiere ich mich natürlich auch für andere Sportarten wie Golf, Tennis und Fußball.

 

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