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Interview mit Jens Staudenmayer

 

 

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Jens Staudenmayer ist vielen von uns sicher noch als Schiedsrichter bekannt. Mittlerweile arbeitet er als Instructor beim BBL-Schiedsrichterreferat und wird dort ab kommendem Frühjahr das Amt "Leiter Sport" bekleiden. Verantwortlich für das Schiedsrichter-Komitee, besuchte er unsere Begegnung gegen Trier und nahm sich zuvor ausreichend Zeit für unsere Fragen.

In der Printausgabe des Tip-Off (
Ausgabe 3 - Saison 2008/2009) war leider zu wenig Platz, um alle Antworten abzudrucken - hier nun das vollständige Interview:

 

Jens Staudenmayer 

Herr Staudenmayer, Sie sind aktuell ehrenamtlich bei der BBL tätig. Was genau sind Ihre Aufgaben?


Hauptberuflich bin ich noch bei einer Bank beschäftigt und kümmere mich nebenher um die Schiedsrichter. Im Frühjahr werden wir das dann in der Stelle "Leiter Sport" zusammenführen. Davon wird eine Hälfte das Thema Schiedsrichter sein, bei dem ich primär für die Inhalte und die Weiterentwicklung zuständig bin.

 

Wählen sie die Schiedsrichter für die einzelnen Begegnungen aus?

 

Nein, das macht mein Kollege Harald Steinhoff (Manager des BBL-Schiedsrichter- referats, Anm. d. Red.). Er wird sich auch zukünftig um die Schiedsrichteran- setzungen kümmern, damit dies außerhalb der Geschäftsstelle geschieht.

 

Aber sie kümmern sich um die Nachbereitung der Schiedsrichterleistungen?

 

Natürlich nicht bei allen Spielen, aber wir schauen uns alle Fernsehspiele an und die Spiele, wo es mal scheppert. Wir werten sie aus und geben dann Rückmeldung an die Vereine oder die Schiedsrichter. Wenn wir etwas gesehen haben, das uns nicht passt, dann bitten wir die Schiedsrichter zu einer Nachbereitung und um eine Stellungnahme.

 

Wie sähe die unangenehmste Rückmeldung für einen Schiedsrichter aus?

 

Wenn schlimme Fehler passiert sind kann es sein, dass wir den Betreffenden eine Weile pausieren lassen, aber das ist nicht der Regelfall, darauf ist dieses Konzept auch nicht ausgerichtet. So wäre keine Entwicklung möglich.

 

Ein anderer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist das Schiedsrichter-Coaching…

 

So wie heute sind wir bei den Spielen vor Ort und besprechen die Spiele mit den Leuten nach. Hier werden aber keine langen Vorträge darüber gehalten, wie es wirklich gemacht wird. Primär übernehme ich die Moderation. Die Schiedsrichter sollen selbst darauf kommen, was nicht so gut gelaufen ist, denn nur so ist dauerhaft eine Entwicklung möglich. Mit einer reinen Fehleranalyse ist das nicht getan.

 

Wenn sie an ihre zukünftigen Aufgaben denken, die sie ab Frühjahr 2009 bei der BBL übernehmen - was werden sie als erstes angehen?

 

Ein großer Vorteil ist erst mal, dass man mehr Zeit für alle Aufgaben hat. Wenn ich morgen noch bei einem Katastrophenspiel dabei bin und am Montag wieder in der Bank sitze, kann ich nicht so schnell handeln. Ab Frühjahr kann ich alles zeitnah erfassen. Außerdem habe ich dann mehr Zeit, um die Schiedsrichter besser zu betreuen und tatsächliche Personalentwicklung machen zu können. Das ist wie in einer großen Firma. Ich habe 30 Mitarbeiter, das sind meine Grau- oder Gelbhemden, die regelmäßig Rückmeldung brauchen, und dafür kann ich mir schneller Zeit nehmen, was schon einen nennenswerten Effekt haben wird.

 

Sie sind auch zuständig für die Kontakte zwischen den Vereinen bzw. zwischen Verein und BBL. Was gibt es hier zu verbessern?

 

Ein anderer Teil meiner Aufgaben ist die Spielplangestaltung. Wir werden langfristiger planen, und die Spieltage sollen verlässlicher werden und in den internationalen Kalender eingebettet werden. Ich möchte auch verhindern, dass die Tabelle zu stark verzerrt ist, denn das kann kein Fan mehr verstehen, das muss besser werden. Auch für die Nationalspieler muss der Spielplan besser werden, auch die brauchen mal vier Wochen Pause, nicht nur für den Kopf, denn sie arbeiten ja auch körperlich hart. Es war schon eine Tendenz erkennbar, keinen Nationalspieler mehr zu verpflichten, weil dieser seinem Team die Hälfte der Vorbereitung fehlt und dann verletzt ist, weil er von einer Maßnahme zurück kommt. Das ist natürlich schwierig, weil es da auch Gesetzmäßigkeiten gibt, aber ich denke, auch hier lässt sich einiges optimieren.

 

Auch das Thema Standards fällt in ihren Zuständigkeitsbereich…

 

Hier geht es nicht nur darum, dass in den Hallen der Komfort stimmt. Vor allem geht es um die Hilfsinstrumente, die die Schiedsrichter haben, aber auch um die langfristige Entwicklung der Vereine. Die Liga hat da einen Fünfjahresplan aufgestellt, und den gilt es jetzt zu verfolgen. Wenn man so manche Hallen oder das Umfeld sieht, ist es natürlich schwierig für die Liga, sich insgesamt weiterzuentwickeln. Das muss man schon angehen.

 

Sie kümmern sich auch um das Thema Nachwuchsförderung. Geht es hierbei um Spieler?

 

Ja, das ist eigentlich der wichtigste Teil meiner Arbeit. Es gibt Regularien, dass ein Teil des Personaletats in die Nachwuchsförderung fließen muss, aber bisher hat noch niemand so wirklich hingeguckt, ob das auch tatsächlich geschieht, geschweige denn, dass jemand einschätzen kann, ob das nachhaltig ist, was dort gemacht wird. Hier gibt es zwei Stoßrichtungen. Einmal Breite aufzustellen, um auch Zuschauerpotenzial zu haben, aber dann natürlich auch Spitze zu entwickeln.

Wenn man sich die Fluktuation in den Mannschaften von Jahr zu Jahr ansieht und teilweise schon tagelöhnerartige Zustände hat mit einem Monatsvertrag, so ist das natürlich alles sehr grenzwertig. Auch der Anteil der deutschen Spieler ist schlicht und ergreifend zu gering. Ich weiß nicht, ob man das ausschließlich durch Quote erzielen kann, solange aus dem Unterbau nichts kommt. Es muss natürlich auch die Qualität stimmen. Da müssen die Vereine mehr tun und auch der Verband. Das wird in den nächsten Jahren durch den Umbruch in der Nationalmannschaft auch ziemlich knirsch werden, da muss man erst mal kleine Brötchen backen. Bis solche Programme ziehen dauert es sicher fünf bis zehn Jahre. Man zaubert nicht mal so eben einen Spieler aus dem Hut.

 

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