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Interview mit Sebastian Gehrmann

 


 

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[Teil 4]

 

Sebastian Gehrmann schreibt als Sportjournalist hauptsächlich über Basketball. Die meisten Tip-Off Leser haben vermutlich schon einmal einen seiner Beiträge in der Frankfurter Rundschau oder im Basketballmagazin Five bzw. Fünf gelesen. Zwischen Amerika- und Türkeiaufenthalt und somit zwischen Dienstreise (Galaxy-Trainingscamp) und Urlaub fand er Zeit für ein Interview mit der Tip-Off Redaktion.

In der Printausgabe des Tip-Off (
Ausgabe 6 - Saison 06/07) war leider zu wenig Platz, um alle Antworten abzudrucken - hier nun das vollständige Interview:

 

Sebastian Gehrmann                 (Foto: Sabrina Harrach)

Wie sind Sie zum Journalismus und zum Basketball gekommen?


Basketball spiele ich schon mein ganzes Leben lang. Ich habe mit ungefähr neun Jahren angefangen auf dem Freiplatz zu spielen. Damals bin ich noch ausgelacht worden, weil natürlich alle Fußball gespielt haben und Basketball nicht so populär war. Ich bin dann zu Brandt Hagen in den Verein gegangen. Dort habe ich in der Jugend gespielt, zwei Jahrgänge unter Bernd Kruel. Wir hatten ähnliche Trainer und waren auch zusammen auf Turnieren, auch mal im Ausland. Daher kenne ich auch Bernd schon so lange. In Göttingen, wo ich studiert habe, habe ich auch wieder gespielt.

Journalismus ist eine Sache, die wollte ich schon immer machen. Leider hatte ich lange nie die Möglichkeit dazu. Wir hatten zum Beispiel nie eine Schülerzeitung oder so etwas. In Göttingen gab es auch nur eine Tageszeitung, dort wollte jeder was machen, was nicht so einfach war. Ich habe dann fünf Wochen lang ein Praktikum bei der Rundschau gemacht, habe mich richtig reingehängt und so meine ersten Erfahrungen im Journalismus gemacht. Und dann kam nach den fünf Wochen überraschenderweise das Angebot, fest dorthin zu kommen. Und so eine Chance lässt man sich natürlich nicht entgehen. Also habe ich meine Zelte in Göttingen abgebrochen und bin dann nach Frankfurt gekommen und bin jetzt seit sechs Jahren dabei. Klar war Basketball das Themenfeld, das mich hauptsächlich interessiert hat. Ich habe klein angefangen, 2. Liga, Regionalliga und solche Geschichten gemacht und war in den ersten Jahren bei den Skyliners ein halbes Jahr sozusagen der "Backup", wenn Not am Mann war und bin zu allen Spielen hingegangen. Und so hat sich das alles entwickelt.

 

Sie schreiben auch über viele andere Themen. Was macht am meisten Spaß? Wo liegen die Herausforderungen?

 

Das ist schwer zu sagen. Es ist natürlich einfacher für einen Journalisten, wenn er einen festen Verein in der Saison hat. Wenn man das mehrere Jahre lang macht, dann kennt man die Leute, man weiß mit wem man reden muss, wenn man gewisse Dinge erfahren will. Bei der Nationalmannschaft ist es ähnlich. Über die Jahre kennt man auch dort seine Leute, Spieler, etc. Es ist natürlich eine Herausforderung, Sachen zu machen, die ganz neu sind, von denen man überhaupt keine Ahnung hat. Es ist sehr hilfreich, wenn man über eine Sportart schreibt, die man selbst spielt oder gespielt hat, weil man einen ganz anderen Blick auf den Sport bekommt. Aber es ist auf jeden Fall eine große Herausforderung z.B. mit der Galaxy. Denn ich hatte ehrlich gesagt von Football keinen blassen Schimmer. Ich habe es zwar zwei Mal gesehen aber nie selbst gespielt. Und es ist auch ein sehr komplexes Spiel. Da muss man sich viel angucken und auch ein bisschen Playstation spielen und irgendwann geht das. Es ist nur eine Frage der Zeit.

 

Wie kommt es, dass es trotzdem zu solchen Pannen wie mit Erez Edelstein kommt?

 

Auf die Frage war ich vorbereitet (lacht). Ich hatte gehofft, dass sie kommt.
Erstens ist es natürlich unglücklich gelaufen. Keine Frage. Und es hat jeder das Recht sich aufzuregen oder zu kritisieren.
Wir hatten Donnerstag spät abends bzw. Freitagmorgen die Information, dass Erez Edelstein der Kandidat ist, mit dem die Skyliners am Ernsthaftesten verhandeln, was sie auch definitiv getan haben. Der Name war vorher nirgends bekannt, und es wurde über Namen spekuliert, die ich nie für ernsthafte Kandidaten gehalten habe. Stefan Koch war sehr früh aus dem Rennen. Poropat ebenso, wer auch immer auf die Idee gekommen ist. Wir haben danach beim Verein nachgefragt und uns wurde gesagt, dass am Freitag Mittag zu einem hohen Prozentsatz der neue Trainer vorgestellt wird. In dem Augenblick war uns klar, das muss Edelstein sein, und es ist nun mal im Zeitungsbusiness so, dass jeder der Erste sein will. Und da trifft dann die Redaktion die Entscheidung: "ok, wir geben die Nachricht raus". Vom Verein wurde der Name nicht dementiert, die Quelle war zuverlässig, also haben wir die Nachricht rausgebracht. Wir haben in den letzten Jahren auch sehr oft richtig gelegen, wie ich finde. Dieses Mal lagen wir falsch. Beim nächsten Mal stimmt ’s dann wieder.

 

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