Aus dem Tip-Off Nr. 1 - Saison 07/08:
Das Fanclubturnier 2007
Montag, 9. Juli 2007. Endlich Urlaub, endlich abschalten! Das sind meine einzigen Gedanken, als ich an diesem Morgen aufwache. Wir haben es geschafft und das FCT 2007 ist Geschichte! Doch damit der geneigte Leser versteht, warum diese Gedanken in meinem Kopf herumgeistern, blende ich nun drei Tage zurück.
Freitag, 6. Juli 2007. Das FCT 2007 steht an! Drei Tage Basketball total! Aber auch drei Tage helfen hinter den Kulissen, denn die ehrenvolle Aufgabe, das diesjährige Fanclubturnier auszurichten, fällt dieses Mal den Skybembels zu. Wochen-, ja monatelang hat unser rühriges Organisationsteam die Wege bereitet, damit dieses Ereignis ein Erfolg in unserer Fanclubgeschichte wird. Das auf alle Beteiligten eine Menge Arbeit zukommen würde, war wohl jedem klar. Hätten wir aber geahnt, was in den nächsten beiden Tagen an Arbeit tatsächlich auf uns zukommt, wir hätten vor zwei Jahren bei der Vergabe des Turniers wohl nicht so schnell "hier!" geschrieen...
So fahre ich also nun nach Hochheim, wo mir an der Grundstückseinfahrt bereits ein Riesenplakat verkündet, was die nächsten beiden Tage hier stattfinden wird: der absolute Saisonhöhepunkt für alle Basketballfans!
Ich bin schwer beeindruckt, als ich auf dem Grundstück ankomme. Zwei Hallen stehen für die Spiele des Turniers zur Verfügung. Das gab’s noch nie! Und das Teilnehmerfeld umfasst dieses Mal 36 Teams! Auch das ist ein Rekord. Ein Mammutprogramm an Spielen bedeutet das. Eine absolute Herausforderung für die aus nur 2 Personen bestehende Turnierleitung. Dazu gibt es noch ein riesiges Außengelände auf dem viel Platz für die Zelte der Teilnehmer, das Festzelt und die Catering-Stände vorhanden ist.
Die ersten Fanclubs finden sich bereits ein und nach und nach füllt sich das Areal mit Leverkusenern, Bonnern, Gießenern etc. – kurz gesagt, mit Fans aus ganz Basketball-Deutschland. Großes Hallo überall und gleichzeitig sind die Aufbauarbeiten in vollem Gange. Viele meiner Fanclubkollegen sind schon seit dem frühen Morgen, ja teilweise seit Donnerstag Morgen im Dauereinsatz. Sie versuchen, das Chaos, das sich jetzt langsam anzubahnen droht, in geordnete Bahnen zu lenken.
So reihe ich mich in die noch fröhliche und muntere Helferschar ein und widme mich mit ganzer Kraft der Bestuhlung und "Betischung" des bereits aufgebauten Festzeltes. Weite Wege sind bei der Heranschaffung des Mobiliars für knapp 200 Personen zu gehen, denn besagte Möbel befinden sich im Erdgeschoss der Sporthalle und müssen mit Hilfe eines winzigen Aufzuges (manchmal funktioniert dieser sogar) ins Freie geschafft und dann mit einem Karren dann über die anfangs erwähnte Wiese ins Zelt bugsiert werden. Krafttraining pur! Die Bandscheiben knirschen und ächzen! Abladen und aufbauen muss man das Ganze ja dann auch noch ebenso wie die Bierzeltgarnituren vor dem Zelt. Glücklicherweise spielt das Wetter mit; es regnet gottseidunk nicht!
Irgendwann ist dann endlich alles aufgebaut. Der Abend sinkt leise hernieder und das Zelt füllt sich zum ersten Mal mit erwartungsfrohen Basketballfans. Der erste Höhepunkt steht an: die Auslosung! Glücksfee ist Aggy, der allseits bekannte und beliebte Physiotherapeut des TBB Trier. Aus der Sicht des Skybembel-Basketballteams erweist sich Aggy nur bedingt als solche, legt er uns doch mit den Eilper Jungs (Titelverteidiger!), den "Wölfen" Weißenwels (dem späteren Turniersieger) und den Mercenaries Wolfenbüttel drei dicke Kuckuckseier ins Nest. Dazu noch eine Mannschaft aus Berlin und das Team aus Gießen – somit das erste Mal seit langem ein Derby!
Nachdem die Auslosung vorüber ist, hat nun die Turnierleitung die knifflige Aufgabe, die Spielpläne zu erstellen, die Schiedsrichter einzuweisen und, wie es immer so schön heißt, alles vorzubereiten, damit das Turnier sportlich reibungslos ablaufen kann. Dabei wird schnell klar, dass wir uns mit Jonas und Stefan zwei Profis engagiert haben. Bedenkt man dann auch noch, dass Stefan selbst alle Spiele der Skybembels mit absolviert hat, kann man unserer Turnierleitung nur höchsten Respekt zollen!
Der zweite Tag beginnt für mich zunächst sportlich, hatte ich mich doch schließlich auch zum Spielen angemeldet. Zunächst läuft es für uns Skybembels weniger gut. Drei Niederlagen in den ersten drei Begegnungen machen alle Hoffnungen auf den Einzug ins Viertelfinale zunichte. Wenigstens besiegen wir in einem packenden Spiel den Fanclub aus Gießen knapp mit 38:37 und belegen nach durchwachsener Platzierungsrunde im Gesamtklassement den 18. Platz. Immerhin verabschieden wir uns mit einem Sieg gegen Nürnberg anständig aus dem Turnier.
Leider hinkt bei diesem Spiel plötzlich unser Center Basti mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Spielfeld. Was zunächst harmlos aussieht, entpuppt sich später als Kreuzbandriss! Man kann es einfach nicht begreifen, was dieser Mann für Pech hat. Wer damals beim Turnier in Weißenfels war, weiß was ich meine! Basti, auf diesem Wege noch mal alles Gute! Ansonsten fallen aus meiner Sicht beim Turnier noch auf: fünf wackere Braunschweiger, die es ohne Auswechselspieler schaffen, relativ locker bis ins Viertelfinale vorzudringen; Jens Parkplatzdreier mit dem Schlusspfiff (gegen wen sein Team Ball Till U Fall da spielte, weiß ich leider nicht mehr) sowie die wirklich super inszenierte Einlaufzeremonie des Fanclubs Gießener Thekenstürmer. Absolut BBL-reif!
Nachdem der sportliche Teil nun für unsere Mannschaft vorüber ist, ist wieder Arbeiten angesagt. Mittlerweile wird klar, dass wir für solch eine Großveranstaltung (ca. 450 Leute waren an diesem Wochenende unsere Gäste!) mit etwa 20 Helfern doch ziemlich dünn besetzt sind. Überall ist etwas zu tun, und die meisten Helfer stehen mittlerweile an der Grenze ihres Leistungsvermögens, leisten wirklich Unmenschliches und wachsen über sich hinaus. Schade, dass von unseren vielen Mitgliedern nicht mehr mit anpacken! Für die Anwesenden gilt das Motto der drei Musketiere: einer für alle, alle für einen.
Und in den wenigen kurzen Pausen wird nicht nur ausgeruht, sondern miteinander gebabbelt und gelacht und mancher von uns findet auch die Gelegenheit, unserer Partyband fullstop zuzuhören, welche die Fanparty am Samstagabend für alle Beteiligten zu einem unvergesslichen Erlebnis macht! Was diese Band an diesem Abend zu Gehör bringt, ist einfach bombastisch! Man hat das Gefühl, gleich fliegt das Zelt weg! Die Stimmung ist auf dem absoluten Höhepunkt!
Als ich an diesem Abend nach Hause komme, bin ich vor lauter Basketballspielen, Arbeiten und der Party dermaßen aufgekratzt, dass ich lange brauche, um in den Schlaf zu finden. Selbiger ist dann auch kurz, denn am nächsten Morgen heißt es wieder, früh da zu sein und so langsam damit zu beginnen, den Platz wieder in den Zustand, wie er vorher war, zu versetzen. Da vor allem das Säubern der Zeltwiese viel Aufwand bedeutet, verpasse ich leider die Endrunde, das Allstar-Game und das Cheerleader Casting, die aber nach einhelliger Meinung große Zuschauermengen anlocken und begeistern.
Das FCT neigt sich nun langsam dem Ende zu. Ein letztes Umarmen, ein letztes gemeinsames Bier, letzte Worte des Lobes und der Anerkennung. Der Platz wird leerer und leerer. Ein eigenartiges Gefühl macht sich in mir breit. Wie schnell doch alles vorbeigeht! Für uns Helfer geht’s jetzt erst richtig los mit abbauen, aufräumen, säubern. Immer wenn man glaubt, man habe schon alles getan, tut sich wieder eine neue Baustelle auf! Doch am Abend gegen halb neun haben wir das Gröbste hinter uns! Jeder eilt nun nach Hause. Jeder? Nein! Ein paar von uns finden sich tatsächlich noch in einem Hochheimer Restaurant ein, um das Fanclub-Turnier 2007 würdig zu beschließen. Die Müdigkeit steht jedem ins Gesicht geschrieben. Die Anspannung löst sich und hier und da fließen ein paar (Freuden-)Tränen. Alle sind müde, geschlaucht, ko, platt. Aber wir haben es geschafft, das Fanclub-Turnier in diesem Jahr zu einem tollen Erlebnis für alle Beteiligten zu machen! Doch werden wir alle wohl erst in den nächsten Tagen und Wochen begreifen, was wir da gemeinsam vollbracht haben. Alle Mitwirkenden können wirklich stolz auf das Geleistete sein!
Wir sind enger zusammengerückt und konnten uns aufeinander verlassen. Wir haben uns (noch) besser kennen gelernt und sind einander mit Respekt und Achtung begegnet. Mit viel Willen, Einsatzbereitschaft, Teamgeist und oft einer gehörigen Prise Humor haben wir unser Vorhaben verwirklicht. Diese Erfahrung nehme ich mit und keiner kann sie mir nehmen. Allen unseren Gästen gilt mein Dank für ihr Erscheinen, allen Helfern meine Anerkennung für das Geleistete.
Es war wirklich ein supergeniales Fanclubturnier!
Thorsten
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